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Verbraucht eine Ausmal-App viel Akku oder macht sie das Handy warm?

Eine einzelne Fläche zu füllen kostet fast nichts. Was über eine Stunde tatsächlich Strom zieht, sind das Display und der Funk — und wenn ein Telefon warm wird, ist die Füllung nicht der erste Verdächtige.

Die Frage taucht regelmäßig auf, und meistens steckt eine konkrete Beobachtung dahinter: Nach vierzig Minuten Ausmalen ist der Akkustand deutlich gefallen, oder das Gerät fühlt sich an der Rückseite warm an. Der naheliegende Verdacht fällt dann auf die Tätigkeit selbst — auf das viele Tippen und die vielen Flächen. Dieser Verdacht führt in die Irre, und es lohnt sich, die Posten einzeln durchzugehen.

Die folgenden Überlegungen gelten für die Kategorie insgesamt, nicht für ein bestimmtes Programm. Wie sparsam eine einzelne Anwendung tatsächlich ist, hängt von ihrer Umsetzung ab und lässt sich am Ende nur am eigenen Gerät ablesen.

Was eine Füllung kostet: praktisch nichts

Wenn eine Fläche gefüllt wird, ändert sich in der Darstellung sehr wenig. Technisch ist eine solche Vorlage typischerweise nicht als eine Sammlung von Formen abgelegt, sondern als Bild, in dem jedem Bildpunkt eine Bereichsnummer zugeordnet ist, zusammen mit einer kurzen Liste der Farben. Eine Füllung besteht dann darin, für eine Nummer eine andere Farbe einzutragen — und das anschließende Neuzeichnen ist eine Operation, die eine Grafikeinheit in einem Bruchteil eines Frames erledigt, weil sie genau die Art von Arbeit ist, für die sie gebaut wurde.

Zum Vergleich: Ein Telefon zeichnet beim Scrollen durch eine Textliste sechzig oder hundertzwanzig Bilder pro Sekunde neu, mit Textlayout, Schatten und Animationen. Eine Ausmalvorlage neu einzufärben ist gegen diesen Dauerbetrieb ein sehr kleiner Posten. Selbst zwanzig Füllungen pro Minute — ein zügiges Tempo — ergeben zusammen keine nennenswerte Rechenlast.

Auch das Speichern ist billig, wenn es sinnvoll gemacht ist: Der Zustand eines Bildes lässt sich als ein Wert pro Fläche ablegen, also als wenige Kilobyte, statt als vollständiges Bild von mehreren Megabyte. Wo so gearbeitet wird, ist der Schreibvorgang nach jeder Füllung kein relevanter Verbraucher.

Was in einer Stunde wirklich Strom zieht

Der mit Abstand größte Posten bei einer Anwendung, in der ein weitgehend stehendes Bild betrachtet wird, ist das Display. Ein Bildschirm, der eine Stunde lang leuchtet, verbraucht unabhängig davon, was darauf zu sehen ist — und bei hoher Helligkeit ein Mehrfaches dessen, was bei mittlerer anfällt. Wer draußen in der Sonne arbeitet und deshalb die Helligkeit ganz aufdreht, sieht den Akkustand schneller fallen als drinnen, und die Ursache dafür hat mit der Anwendung nichts zu tun.

Bei Bildschirmen, die jedes Bildelement selbst zum Leuchten bringen, kommt hinzu, dass helle Flächen mehr kosten als dunkle. Eine Ausmalvorlage ist zu Beginn überwiegend weiß, und Weiß ist auf solchen Panels der teuerste Bildinhalt überhaupt. Das ist eine der wenigen Stellen, an der die Art des Motivs tatsächlich etwas ausmacht.

Der zweite große Posten ist der Funk. Jede Datenverbindung — Nachladen von Vorlagen, Abgleich mit einem Server, Werbung, Nutzungsstatistiken — schaltet den Mobilfunk- oder WLAN-Baustein ein, und ein solcher Baustein bleibt nach jeder Übertragung noch eine Weile in einem energiehungrigen Zustand, bevor er sich wieder schlafen legt. Deshalb ist häufiger kleiner Datenverkehr in Summe oft teurer als eine einzelne größere Übertragung. Anwendungen dieser Kategorie unterscheiden sich in diesem Punkt drastisch, und es ist der Punkt, an dem die größten Unterschiede im Verbrauch entstehen.

Der dritte Posten ist eine Frage der Bauweise: Zeichnet die Anwendung nur dann neu, wenn sich etwas geändert hat, oder läuft sie dauerhaft mit voller Bildwiederholrate weiter, auch wenn eine Minute lang nichts passiert? Bei einer Anwendung, deren Bild die meiste Zeit steht, ist das ein erheblicher Unterschied, und von außen ist er nicht zu erkennen — bemerkbar wird er nur daran, dass ein Gerät bei scheinbarer Untätigkeit warm bleibt.

Wenn das Telefon warm wird

Wärme entsteht dort, wo Energie umgesetzt wird, und die üblichen Verdächtigen sind in dieser Reihenfolge zu prüfen.

Bemerkenswert ist der letzte Punkt. Bewegte Werbeeinblendungen sind in dieser Hinsicht deutlich teurer als das eigentliche Ausmalen, weil sie ein Video dekodieren, dauerhaft neu zeichnen und dafür zusätzlich Daten übertragen. Eine Anwendung, die zwischen zwei Bildern jeweils einen bewegten Werbeblock zeigt, verbraucht in diesen Sekunden mehr als in vielen Minuten Füllarbeit.

Wie sich das am eigenen Gerät nachsehen lässt

Beide großen Betriebssysteme führen eine Aufstellung des Akkuverbrauchs nach Anwendung, meist mit einer Unterscheidung zwischen Verbrauch bei aktivem Bildschirm und im Hintergrund. Der Hintergrundanteil ist die aussagekräftigere Zahl: Eine Anwendung, die im Vordergrund Strom verbraucht, tut das im Wesentlichen über das Display, das ohnehin an wäre. Eine Anwendung, die im Hintergrund nennenswert verbraucht, tut etwas, das eine Ausmalanwendung nicht tun müsste.

Wer den Anteil des Funks abschätzen will, kann eine Sitzung im Flugmodus durchführen und den Akkustand mit einer gleich langen Sitzung mit Verbindung vergleichen. Der Unterschied ist der Preis, den Datenverkehr und Anzeigen kosten. Und wer den Anteil des Displays abschätzen will, vergleicht dieselbe Sitzungsdauer bei voller und bei halber Helligkeit — meist ist das der größte einzelne Hebel, den man überhaupt in der Hand hat.

Unterm Strich gehört Ausmalen zu den genügsamsten Dingen, die sich mit einem Telefon anstellen lassen. Ein stehendes Bild, gelegentliche Berührungen, keine Sensorik, keine Standortabfrage, keine Bewegtbilder. Was den Akku über eine Stunde leert, ist der leuchtende Bildschirm — und der wäre bei jeder anderen Beschäftigung ebenfalls an.

Häufige Fragen

Verbraucht jede einzelne Füllung Rechenleistung?

Sehr wenig. Eine Füllung ändert im Wesentlichen einen Eintrag in einer kurzen Farbliste, und das Neuzeichnen des Bildes ist genau die Art von Aufgabe, für die eine Grafikeinheit ausgelegt ist. Gegen das dauernde Neuzeichnen beim Scrollen durch eine gewöhnliche Liste fällt das kaum ins Gewicht.

Warum wird das Telefon beim Ausmalen manchmal warm?

Meist aus Gründen, die neben der Tätigkeit liegen: gleichzeitiges Laden, direkte Sonne, eine dicke Hülle, schlechter Empfang oder eine Hintergrundaufgabe. Innerhalb der Anwendung sind bewegte Werbeeinblendungen und dauerndes Neuzeichnen die wahrscheinlicheren Ursachen als die Füllungen selbst.

Spart der Flugmodus beim Ausmalen wirklich Akku?

Oft ja, und der Effekt lässt sich einfach messen, indem zwei gleich lange Sitzungen mit und ohne Verbindung verglichen werden. Der Funkbaustein bleibt nach jeder Übertragung noch eine Weile in einem verbrauchsintensiven Zustand, weshalb häufiger kleiner Datenverkehr in Summe teuer ist. Ob eine bestimmte Anwendung ohne Verbindung nutzbar ist, unterscheidet sich allerdings.

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